Ein wesentlicher Grund für den Rückgang vieler Arten (Tiere, Pflanzen und Pilze) ist der Verlust an für sie geeigneten Lebensräumen. Der Schutz gefährdeter Arten erfordert daher in erster Linie die Sicherung ihrer Biotope.
Der LARS engagiert sich im NSG und FFH-Gebiet „Donauleiten von Passau bis Jochenstein“ auf zwei Teilflächen. Eine Fläche wurde vom LARS e.V. käuflich erworben, eine zweite gepachtet.
Die Donauleiten sind insbesondere bekannt durch das Vorkommen von Äskulapnatter und Östlicher Smaragdeidechse. Weitere Reptilienarten sind Schlingnatter, Ringelnatter, Zauneidechse, Blindschleiche und die angesiedelte Mauereidechse. Die Amphibien sind durch Erdkröte, Grasfrosch, Springfrosch, Seefrosch, Laubfrosch, Gelbbauchunke, Teich- und Bergmolch und Feuersalamander vertreten.
Durch die Vorkommen und Bestandsgrößen von Äskulapnatter und Östlicher Smaragdeidechse als in der BRD und Bayern vom Aussterben bedrohten Arten sowie durch Artenkonstellation und Artenvielfalt der Herpetofauna insgesamt sind die Donauleiten naturschutzfachlich von nationaler Bedeutung.
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| Das LARS-Grundstück bei Jochenstein (April 2009) |
Im Jahr 2000 erwarb der LARS ein Hanggrundstück bei Jochenstein mit einer Flächengröße von 6,49 Hektar. Der Ankauf erfolgte mit einer Förderung durch den Bayerischen Naturschutzfonds.
Der steile Südhang ist durch mehrere Felsrippen, Felsköpfe, Rinnen und eine natürlich waldfreie Blockhalde gegliedert. Die Vegetation besteht vorwiegend aus:
Die Herpetofauna zeichnet sich durch das Vorkommen von Äskulapnatter, Smaragdeidechse, Mauereidechse, Blindschleiche, Schlingnatter, Ringelnatter (Einzeltiere), Erdkröte, Grasfrosch und einen herausragend großen Bestand des Feuersalamanders aus.
An weiteren bemerkenswerten Arten sind der Hirschkäfer und die Alpen-Strauchschrecke zu nennen; ferner existieren Vorkommen von zahlreichen weiteren naturschutzfachlich bedeutsamen Tierarten.
Auflage zur finanziellen Förderung durch den Naturschutzfonds ist die Erstellung eines Pflege- und Entwicklungsplanes.
Pflege- und Entwicklungsziele sind:
Die Umsetzung von Pflegemaßnahmen erfolgt durch Mitglieder des LARS,
im Rahmen von Pflegemaßnahmen im NSG und durch den Landschaftspflegeverband Passau e.V.
Im Herbst 2004 wurde ein Pflegedurchgang mit folgenden Maßnahmen durchgeführt:
Die Ausführung erfolgte mit Mitgliedern des LARS, des LBV (Smaragdeidechsenprojekt) und Arbeitskräften des Landschaftspflegeverbandes Passau.
Im Herbst 2005 erfolgte eine Maßnahme des LARS: Auf einer Felsrippe mit einzelnen Felsköpfen wurden Birken und anderer Gehölzanflug entfernt. Zur Strukturbildung wurden einzelne Strauch- und Baumgruppen belassen. Die Ausführung erfolgte ausschließlich durch Mitglieder des LARS.
Im Rahmen eines LIFE-Projektes wurden im November 2005 drei „Hirschkäferwiegen“ d. h. Brutstätten für diese FFH-Art angelegt. Deren Bauweise und deren Kosten wurden im Rahmen des LIFE-Projektes dokumentiert.
Als ein Ergebnis eines Schutzkonzeptes für die Smaragdeidechse in den Passauer Donauleiten (Bearbeitung O. Aßmann und M. Laube unter Leitung von Prof. Dr. H.-J. Leppelsack — ein LBV-Projekt 2004/2005) wurden von 2005 bis 2009 jährlich Felsbereiche unseres Grundstückes freigestellt. Die Ausführung erfolgte durch den Landschaftspflegeverband Passau e. V. mit Mitteln des Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt und Gesundheit speziell zum Schutz der Smaragdeidechse.
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| Teilansicht des vom LARS gepachteten Steinbruchs (Oktober 2008) |
Im NSG und FFH-Gebiet „Donauleiten von Passau bis Jochenstein“ pachtete der LARS 2006 einen aufgelassenen Steinbruch mit Umgriff (insgesamt ca. 5 000 m²) auf 10 Jahre.
Der Steinbruch, in dem Gneis und Marmor abgebaut wurde, besteht aus den Habitatelementen Steilwand, Halde und mehr oder weniger ebener Steinbruchsohle. Die Felswand ist spärlich bewachsen. Der Bewuchs der Halde besteht aus Saumvegetation mit Salbei-Gamander und Klebrigem Salbei, Brombeer-Dickicht und Gehölzanflug (Sal-Weide, Ahorn, Ulme, Esche u. a.).
Zum „Inventar“ des Steinbruches zählen: Äskulapnatter, Schlingnatter, Ringelnatter, Smaragdeidechse, Blindschleiche, Zauneidechse (Einzeltiere), Grasfrosch, Bergmolch und Gelbbauchunke.
Die Sohle wurde 2006 neu modelliert. Der Oberboden (eutroph, überwiegend Brennnesselflur) wurde abgeschoben und ein ca. 10 m² großer Tümpel angelegt. Hierzu wurde eine ca. 20 cm starke Tonschicht eingebracht und verdichtet. Auf der gesamten Sohle wurde Mähgut von einem Magerrasen ausgebracht. Die Maßnahme erfolgte im Rahmen des LIFE-Projektes „Hang- und Schluchtwälder im oberen Donautal“.
Seit 1993 werden durch den Landschaftspflegeverband Passau e. V. (LPV) Häckselhaufen als Eiablageplätze für Äskulapnatter und Ringelnatter angelegt. Bei Kontrollen konnten seitdem hunderte von Eischalen beider Arten als Nachweis der Fortpflanzung festgestellt werden.
Im Herbst 2006 und 2008 wurde die Halde durch Mitglieder des LARS entbuscht.
Text: Büro für Landschaftsökologie Otto Aßmann (Stand 31.12.2009)
Fotos: Büro für Landschaftsökologie Otto Aßmann
letzte Aktualisierung: 3. Juni 2010